Heuschnauzer

und anderes Getier...

 

 

            

               Unsere neuen Alten


 

Am 29.03.2016 bekamen wir eine Mail von einer Mitarbeiterin von Riesenschnauzer in Not. Sie wusste das wir vor nicht allzu langer Zeit unseren noch sehr jungen Hund ( Ronny ) von seinen Leiden erlösen mussten und nach ca. fünfzig Jahren Hundehaltung zum ersten mal unser Haus nun ohne Hunde war. Sie fragte uns , ob wir zwei Notschnauzer aufnehmen könnten, es wären zwei Rüden im Alter von 6,5 und 11 Jahren. Der Besitzer war vor einigen Monaten verstorben, uns wurde aber auch gesagt, das die Zwei ihr ganzes Leben auf einem großen Grundstück verbringen mussten. Sie durften nicht ins Haus und es hat sich auch kaum jemand um sie gekümmert. Bevor wir zusagten, wollten wir uns die Hunde anschauen.

Also, Termin ausgemacht, 130 km gefahren und geschaut. Als wir die Hunde sahen, traf uns fast der Schlag. Man musste schon viel Phantasie haben um unter diesen Filzklumpen Schnauzer mit PSK Papieren erkennen zu können, man kann es ja auf den Fotos sehen. Es fiel uns auf, das beide Hunde doch recht blaue Zungen hatten, wir fanden dann heraus, als wir uns durch den Filz gekämpft hatten, das die Halsbänder viel zu eng waren, sie waren schon fast eingewachsen, welche natürlich sofort mit viel Mühe entfernt wurden. Die mitgebrachten Leckerlis wurden sehr gerne genommen und die beiden waren zwar ohne jegliche Erziehung; aber sehr umgänglich. Wir baten uns eine Nacht Bedenkzeit aus , denn solch eine Entscheidung wollten wir ( und sollte man ) nicht über Knie brechen.

Wir haben uns dann für die beiden entschieden und holten sie am am 04. April ab. Die ersten vierzehn Tage ließen wir ihnen die Zeit sich ein zu gewöhnen, allerdings wurde jeden Tag die Schere eingesetzt, um sie von ihrem Filz zu befreien. Da beide auf die uns genannten Namen nicht hörten, nannten wir sie Opi und Jocker. Dann sind wir zum Tierarzt, impfen lassen und auch Wurmkur ( reichlich Bandwürmer ).  Gegen Zecken und Flöhe hatten sie gleich am ersten Tag bei uns etwas bekommen. Opi hatte schon von Anfang an Schwierigkeiten mit seinem Hals, dieses schoben wir und die Tierärztin ebenfalls auf das damals zu enge Halsband, daher warteten wir noch etwas ab. Doch es wurde nicht besser, so wurde er nochmals untersucht, dabei stellte sich heraus das er eine Bronchitis oder aber schon eine chronische Bronchitis hat. Um Bakterien auszuschließen bekam Opi AB und Schleimlöser.

War es nun ein Zufall ??? , am Abend konnte Opi kein Urin mehr absetzen, Also erneut zum TA. Dieser stellte dann fest  das Opi eine stark vergrößerte Prostata hat und ein Hoden vergrößert ist. Eine Urinuntersuchung ergab, das er Struvitkristalle hat. Er bekam eine Kastrationsspritze und sollte nun Spezialfutter bekommen.

Da es aber bei Opi beim Urin und Kot absetzen immer schlechter wurde, haben wir eine Röntgenaufnahme machen lassen. Unsere neue Tierärztin hat leider auf der Aufnahme etwas so gedeutet, was für Opi den schnellen Tod bedeutet hätte. Unser Bauchgefühl sagte uns , das wir diese Diagnose so nicht stehen lassen können. Wir ließen die Röntgenaufnahme an eine Tierklinik schicken, in der ein Tierarzt aus unserem früheren Leben Mitinhaber ist. Die Röntgenaufnahme wurde dort von mehreren Ärzten begutachtet, die Diagnose wurde NICHT bestätigt.

So setzen wir uns ins Auto und fuhren die gut 200 km zur Klinik ( übrigens die selbige, wo wir mit Ronny waren ) und Opi wurde dort durchgecheckt. Prostata, Hoden und Blase wurden geschallt, Proben aus Blase, Harnröhre und Prostata entnommen und zur Pathologie geschickt, um festzustellen ob Krebs im Spiel ist. Das Ergebnis war zum Glück negativ. Ein Blutbild wurde ebenfalls sofort erstellt, welches ergab das einzelne Leberwerte nicht ganz in Ordnung sind; aber da spielt wohl das Alter eine Rolle. Des weiteren hat Opi schwere Spondylose.

Die Behandlung, die die Klinik empfohlen hat, schlug voll an. Opi geht es wieder gut.

Er bekam einen Kastrationschip gesetzt, noch mal eine schnell wirkende Kastrationsspritze, Tabletten zur Prostataverkleinerung, AB und Schmerzmittel.  Die Behandlung, die die Klinik empfohlen hatte , schlug gut an. Opi musste aber trotzdem noch 15 Tage lang jeden Tag einmal zum Katheter schieben, betreffs Blase entleeren ( was er sehr geduldig über sich ergehen ließ; aber danach ging alles wieder ziemlich normal.

Da Opi zwei blumenkohlartige Wucherungen am Kopf hatte, die immer wiedermal geblutet haben, sind diese in der Zwischenzeit entfernt worden. Leider haben die Helferinnen bei der Behandlung Opi wohl falsch oder zu fest angefasst, er konnte danach eine Woche lang sich schlecht hinsetzen und auch das aufstehen war mühsam. Das hat sich aber zum Glück wieder gegeben.

Im Moment stehen wir noch vor der Entscheidung Opi richtig kastrieren oder wieder einen Chip setzen zu lassen, dazu werden wir uns aber noch vom Haustierarzt sowie von der Klinik beraten lassen. Bei Jocker wurde anhand Röntgenaufnahmen in beiden Ellbogengelenken Arthose festgestellt.

Ansonsten haben wir uns schon recht gut zusammen gerauft. Sie kennen jetzt ihre Namen und auch die nötigsten Kommandos. Wir mussten erst lernen mit schon etwas älteren Hunden umzugehen, die die menschliche Sprache nicht verstanden haben und die Hunde, die es erst nicht verstanden haben, das sich Menschen in ihr Leben einmischen. Aber schon nach zwei Wochen, nachdem wir sie geholt hatten, konnten wir beide Tag und Nacht in Haus halten, was besonders Opi sehr genießt.

Jocker hingegen vermisst seine Lieblingsbeute, unsere Puten, im Haus schon sehr.

Wir hoffen das uns die beiden noch recht lange erhalten bleiben.

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